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Christoph Lindenmeyer: Rebeller, Opfer, Siedler. Die Vertreibung der Salzburger Protestanten. Verlag Anton Pustet, Salzburg 2015. 336 Seiten, 24 Euro. E-Book 19,99 Euro.

22 000 Menschen auf der Flucht, nicht vor Krieg oder Hungersnot, sondern vor religiöser Intoleranz. Wer heute in großer Sorge auf die Auswüchse des islamischen Funadamentalismus schaut, wird in diesem Buch daran erinnert, dass die Zeit, in der im christlichen Abendland Menschen im Namen Gottes vertrieben wurden, noch nicht so lange zurückliegt. Am 31. Oktober 1731 befahl Leopold Anton von Firmian, Erzbischof des Kirchenstaates Salzburg, die Ausweisung der in seinem Land lebenden Protestanten. Die Lehre Martin Luthers war bei ihnen auf fruchtbaren Boden gefallen. Firmian wollte, dass sie ihrem Glauben abschwören und sich der Gegenreformation unterwerfen. Aber sie hielten an ihrem Glauben fest und praktizierten ihn als Untergrundprotestanten heimlich.

Der Theologe und Journalist Christoph Lindenmeyer beschreibt die schwierige Situation der Evangelischen unter der Herrschaft des Erzbischofs im Land Salzburg. Insbesondere wendet er sich dem Schicksal einer kleinen Gruppe von 300 Salzburgern zu, die sich entschieden, dem Ruf in die damals britische Kolonie Georgia in Nordamerika zu folgen. In Briefen und Tagebüchern werden die Widrigkeiten festgehalten, mit denen die NeusiedlerInnen zu kämpfen hatten: Malaria und Giftschlangen, Überschwemmungen, Bären und Wölfe. Mit Bezug auf diese Quellen schildert Lindenmeyer die schwierigen Anfangsjahre in Georgia und bringt uns dem damaligen Geschehen näher.

Hans Holzhaider schreibt in seiner Rezension in der Süddeutschen Zeitung vom 4. November 2015, dass die Siedlung Mitte des 19. Jahrhunderts aufgegeben worden sei. Nur die kleine Kirche blieb erhalten und gelte heute als die älteste protestantische Kirche in den USA. Und die Georgia Salzburger Society halte die Erinnerung an ihre vor fast 300 Jahren vertriebenen Vorfahren bis heute lebendig.

Quellen:

Evangelische Information der Pfarrgemeine A. und H.B. Melk-Scheibbs, Nr. 146 – März 2016 und die ausführliche Rezension von Hans Holzhaider in der Süddeutschen Zeitung vom 4. November 2015

http://www.sueddeutsche.de/kultur/fluechtlinge-aus-salzburg-vertrieben-1.2721907

ORF: Der Film zum Fest 500 Jahre und 1 Fest - Reformation bewegt

Interviews, musikalische Höhepunkte und vieles mehr. Die DVD mit der Live-Sendung, die der ORF am 30.09.2017 vom Wiener Rathausplatz ausstrahlte, kann beim Evangelischen Presseverband bezogen werden.

Impressionen vom Reformationsfest am 30.09. auf dem Wiener Rathausplatz – zusammengestellt von der Eventagentur Happy&Ness. Lassen Sie das großartige Event für ein paar MInuten noch einmal Revue passieren.

Du schreibst Geschichte 500 Jahre versus Petra hier und heute - inspiriert von der Punkrock-Band Madsen

„Die besten Geschichten schreibt das Leben.“ – Gibt es nichts mehr zu erzählen?

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