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Der Augsburger Religionsfriede 1555, Original mit Unterschrift Ferdinands I.

© Österreichische Staatsarchiv, Abteilung Haus-, Hof- und Staatsarchiv

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Ansicht von Hernals, „Auslaufen“ der Wiener Protestanten zum Gottesdienst in die evangelische Hochburg, 1649

Matthäus d. Ältere Merian
© Wien Museum

Mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen gegen den Ablasshandel gab Martin Luther 1517 die Initialzündung für die Reformation. Zum 500-Jahr-Jubiläum erinnert das Wien Museum daran, dass selbst Wien für einige Jahrzehnte eine mehrheitlich protestantische Stadt wurde.

Um 1500 veränderten Renaissance und Humanismus, die Entdeckung Amerikas und die Erfindung des Buchdrucks die Weltsicht in Europa grundlegend. Auch Wien war im Wandel: Die Universität blühte auf, wichtige Gelehrte wirkten in der Stadt, Luthers Ideen fielen auf fruchtbaren Boden, auch Kaiser Maximilian fand daran Gefallen. Doch dessen Nachfolger duldeten keinen evangelischen Gottesdienst. Der Bevölkerung blieb das „Auslaufen“ in die adeligen Schlösser der Umgebung, besonders Hernals wurde ein bedeutendes Zentrum der protestantischen Kultur.

Die Reformation lebte in Wien auch in den Zeiten der triumphierenden Gegenreformation weiter: als Geheimprotestantismus und in den Kapellen ausländischer Gesandtschaften. Schlusspunkt der Ausstellung bildet das Toleranzpatent Josephs II. aus dem Jahr 1781, das den Lutheranern und Kalvinern – mit Einschränkungen – freie Religionsausübung zugestand.

Mit drei herausragenden Originaldokumenten – den abgedruckten Thesen Luthers von 1517, dem Augsburger Bekenntnis von 1530 und dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 – richtet die Ausstellung den Blick auch über Wien hinaus.

Text: Wien Museum / Kuratoren: Rudolf Leeb, Walter Öhlinger, Karl Vocelka

 

Weitere Informationen:

Folder_Brennen_fuer_den_Glauben

Presseinformation_Brennen_fuer_den_Glauben

http://www.wienmuseum.at/de/aktuelle-ausstellungen/ansicht/brennen-fuer-den-glauben-wien-nach-luther.html

 

Begleitet wird die Ausstellung von der Konzertreihe Andreas Rauch (1592 – 1656), Protestantischer (Kirchen-)Musiker in Wien und Ödenburg (1-4) und der Gesprächsreihe „2017 – Glaube im Gespräch“.

 Die Konzertreihe:

  1. „Newes Thymiaterium oder Rauchfässlein“ (1651)
    Missa Concertata & Geistliche Concerten von drey und vier Stimmen Gernot Heinrich,Tenor / dolce risonanza
    18.02.2017, 19.30 Uhr, Evangelische Schule am Karlsplatz

 

  1. „Missa, Vespera et alii sacri concentus concertati“ (1641) Geistliche Konzerte mit zwei Tenören:
    Gernot Heinrich und Daniel Johannsen / dolce risonanza
    04.03.2017, 19.30 Uhr, Evangelische Schule am Karlsplatz

 

  1. Rauch und sein Meisterschüler Samuel Capricornus
    Geistliche Konzerte und Instrumentalmusik des Stuttgarter Hofkapellmeisters zur Passion
    Barbara Fink, Sopran / Gernot Heinrich, Tenor / dolce risonanza 12.04.2017, 19.30 Uhr, Evangelische Kirche am Wege
    Biedermanngasse 11-13, 1120 Wien

 

  1. „Concentus Votivus“ (1635) aus dem „Currus Triumphalis“ (1648)
    Eröffnungsmusik zum 3. Ödenburger Landtag am 18.12.1634 und Huldigungsmusik für die Kaiser aus dem Hause Habsburg anlässlich des Westfälischen Friedens zu 9, 14 & 17 vocibus / dolce risonanza
    Dieses besondere Highlight wird einmalig aufgeführt am: 01.05.2017, 19.30 Uhr, Lutherische Stadtkirche, Dorotheergasse 18, 1010 Wien

 

Die Gesprächsreihe 2017: Glaube im Gespräch

Termine und Themen (jeweils donnerstags von 19.00 Uhr – 20.30 Uhr in der Evangelischen Volksschule am Karlsplatz)

02.03.2017: Was glauben „vernünftige“ Menschen?

23.03.2017: Was glauben Menschen aus Politik und Wirtschaft?

06.04.2017: Was glauben Menschen aus allen Ecken und Enden der Erde?

27.04.2017: Was glauben Menschen mit Behinderung?

18.05.2017: Was glauben Menschen aus der Welt der Medien?

Waldenser, Barfüßer, Täufer Steyr ist Reformationsstadt Europas

Die oberösterreichische Stadt gedenkt 2017 mit zahlreichen Veranstaltungen ihrer evangelischen Tradition.

Die Reformation – ein Überblick Über den Hintergrund und die Geschichte der Reformation

Erneuerung der Kirche von unten bis oben? Die erste bürgerliche Revolution? Die Spaltung des christlichen Abendlandes? Der Beginn der Neuzeit? Eine Bewegung gegen die Angst? – Urteilen Sie selbst!

Kennen Sie den …? Humor und Religion

Christentum und Humor – eine komplizierte Geschichte. Bis zum Mittelalter war Lachen verpönt.

Was ich glaube Gesprächsreihe

Was glauben Menschen aus der Welt der Medien?

Gesprächsreihe anlässlich der Ausstellung im Wien Museum

Mit Thomas Kramar (Journalist bei einer Tageszeitung), Julia Schnizlein (Journalistin), Saskia Jungnikl (Journalistin und Autorin), Renata Schmidtkunz (Radio- und Fernsehjournalistin)

Moderation: Karl Schiefermair, Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich

Der Eintritt ist gratis.

Die Gäste sind im Anschluss zu Brot und Wein eingeladen.