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Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich

Das Reformationsjubiläum, die Situation der Evangelischen Kirche in Österreich und Fragen zur gesamtgesellschaftlichen Situation waren Themen in der ORF III-Sendung am Reformationstag.

„Es geht beim Reformationsjubiläum nicht darum, es als reinen Rückblick zu feiern. Es geht um die Frage: Was bedeutet es für die heutige Gesellschaft?“, erklärte Bünker im Gespräch mit ORF-Journalist Christoph Riedl-Daser. Der Reformator Martin Luther sei nicht der Einzige, der im kommenden Jahr gefeiert werde, betonte Bünker, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist. „Wir feiern kein Luther-Jahr, kein Luther-Gedenken, wir wollen Luther nicht auf ein Podest stellen, er hatte auch seine Schattenseiten. Aber wir wollen würdigen, dass mit ihm etwas aufgebrochen ist.“ Dazu werde es viele Veranstaltungen geben, allerdings nicht in Abgrenzung zu den anderen christlichen Kirchen, allen voran der Römisch-katholischen Kirche. Vielmehr biete das kommende Jahr die Möglichkeit, zu schauen, wofür die Kirchen gemeinsam da seien, was der gemeinsame Auftrag der Kirchen sei.

Die rückläufige Mitgliedszahl bei den Evangelischen Kirchen in Österreich habe unterschiedliche Gründe, so Bischof Bünker. Einerseits gebe es eine zunehmende Säkularisierung. Gerade junge Menschen sähen auch Kirche als Institution kritisch. Dazu komme die demographische Entwicklung. Bereits seit mehreren Jahrzehnten zeichne sich ab, dass Evangelische durchschnittlich weniger Kinder bekämen. „Die Entwicklung beschäftigt mich sehr. Jede und jeder, die bzw. der sich von ihrer oder seiner Kirche trennt, schmerzt mich“, sagte Bünker. Nichtsdestotrotz glaubt er, dass die Kirche in der Gesellschaft ein gutes „Standing“ habe. Dies sei nicht abhängig von der Mitgliederzahl, sondern davon, wo sie stehe und was sie in die Gesellschaft einbringe.

Angesichts der Debatten rund um das Thema Flüchtlinge möchte Bischof Bünker nicht von einer „Spaltung der Gesellschaft“ sprechen, allerdings sieht er im Auseinanderdriften der Gesellschaft und im Gegeneinander von starken gesellschaftlichen Gruppierungen eine „besorgniserregende Entwicklung“. Gerade bei der Flüchtlingsthematik habe es in der Vergangenheit ein Umschwenken gegeben in der Politik und in den Medien. „Es finden immer mehr die Gehör, die nicht nur ihre Sorgen artikulieren, sondern die auch instrumentalisieren im Sinne einer Politik der Hetze, des Gegeneinanders, des Unsolidarischen.“ Bünker zeigte sich überzeugt, dass Diskussionen wie jene um die Mindestsicherung auch ohne Flüchtlingskrise stattgefunden hätten.

Die Sendung „Das ganze Interview“ mit Bischof Michael Bünker wird in Kürze als Video an dieser Stelle anzuschauen sein.

 

Quelle: epdÖ / www..evang.at

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