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Gehörlosenseelsorge_Gebärdensprache_Segnung Michael Bünker

Poldi Baier besucht regelmäßig den Gebärden-Gottesdienst in Döbling und segnete Michael Bünker bei seiner Ordination zum Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Foto: Gehörlosenseelsorge/Briggl

An jedem dritten Sonntag im Monat singen Hände in der Weinbergkirche in Döbling – dann wird „Gebärden-Gottesdienst“ gefeiert. Gehörlosen-Seelsorgerin Manuela erzählt, predigt, singt und segnet mit ihren Händen. Seit über 20 Jahren spricht die ordinierte Pfarrerin, die als Gehörlosen-Seelsorgerin eine Teilpfarrstelle innehat, Gebärdensprache. Österreichweit wird sie von Lydia Burchardt, Pfarrerin in Kärnten, unterstützt. In Wien steht ihr besonders das Ehepaar Martina und Wolfgang König zur Seite.

Martina König springt zum Beispiel ein, wenn Pfarrerin Briggl verhindert ist. Die Ehrenamtliche arbeitet seit über 20 Jahren in der Gehörlosen-Seelsorge mit und hat bereits Pfarrer Wieland Frank unterstützt, der 1986 den ersten Gottesdienst in Gebärdensprache zu Weihnachten feierte und im Schulzentrum das BIG (Bundesinstitut für Gehörlosenbildung) arbeitete. Er baute aus, was sein Vorgänger Pfarrer Heinz Becker in der Gehörlosen-Seelsorge eingerichtet hatte.

„Gehörlosen-Seelsorge ist Seelsorge an Menschen, die in Gebärdensprache kommunizieren. Es gibt Gespräche, Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und so weiter“, erklärt Pfarrerin Briggl, die österreichweit Ansprechpartnerin ist für ihre Kolleginnen und Kollegen. Sie knüpft Kontakte zu Dolmetschern und gibt Ratschläge, wie hörbeeinträchtigte und gehörlose Menschen integriert werden können. Gehörlosen-Seelsorge werde dort sichtbar, wo Menschen in ihrer Sprache in der Kirche spirituelle Gemeinschaft und Unterstützung erfahren. „Es ist ein protestantischer Anspruch, mit den Menschen in ihrer Sprache zu kommunizieren“, ergänzt Briggl. Statt den Leuten, wie der Reformator Martin Luther sagte, auf Maul zu schauen – sehen Gehörlosen-Seelsorger den Leuten auf die Finger, sprich Hände.

Martina Schomaker-Engemann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Diözese Wien, Evangelische Superintendentur A.B.

 

 

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