Gerhard Moser und die anschauliche Holzkraxe mit Salzfass
WdB 4 Wittenberg

Der „Weg des Buches“ auf der Weltausstellung Reformation in Wittenberg

„Grüß Gott! Willkommen in Österreich! Dürfen wir Ihnen unseren evangelischen Pilgerweg, den ´Weg des Buches´, vorstellen?“ Mit diesen oder ähnlichen Worten wurden die Besucher und Besucherinnen der Weltausstellung Reformation in Wittenberg, die an unserem Pavillon vorbeiflanierten, von uns eingeladen, näherzutreten und etwas über die Geschichte der Evangelischen in Österreich zu erfahren.

Der „Weg des Buches“ war vom 18. bis 24. Juli 2017 auf der Weltausstellung präsent. Das Kernteam bestand aus dem Bergwanderführer Helmut Kaindl und Gerhard Moser – beide  Oberösterreicher sind seit Jahren hochengagiert am und für den Weg des Buches aktiv – sowie aus dem Kärntner Bergwanderführer und Natur Aktiv Guide Robert Graimann.

Die Lage des Pavillons auf dem Areal der Weltausstellung erwies sich als ein wahrer Glücksfall. In unmittelbarer Nähe zum Luthergarten und im Schattenbereich eines großen Baumes aufgebaut, wussten wir – wie auch unsere Besucherinnen und Besucher – diesen Vorzug bei hochsommerlichen Temperaturen sehr zu schätzen. Da wir unmittelbar am Spazierweg platziert waren, konnten wir die Passierenden direkt ansprechen.

Natürlich hatten auch wir bei unserer Anreise schon vernommen, dass die Besucherzahlen bis dahin weit hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückgeblieben waren. Leider finden nur sehr wenige Gäste, die die Lutherstadt Wittenberg besuchen, den Weg zum Gelände der sehenswerten Ausstellung. Nichts desto trotz konnten wir an unserem Stand zahlreiche Interessierte empfangen, die überrascht und neugierig die ihnen unbekannte Geschichte der Evangelischen in Österreich und die Informationen über den Aufbau eines gesamteuropäischen Wegenetzes im Rahmen des EU-Projektes European Cultural Route of Reformation aufnahmen. Wenn weniger los war, erweiterten wir unsere Präsenz und suchten mit unseren Prospekten den Stadtkern von Wittenberg auf. Dort trafen wir auf größere Menschengruppen, die wir ansprechen konnten.

Ein Anziehungspunkt unseres Pavillons war sicher sein Erscheinungsbild mit den großflächi­gen Landschaftsbildern vom Weg des Buches. Sehr anschaulich für unsere Gäste war eine historisch nachempfundene Holzkraxe mit einem Salzfass, in dem zur Zeit der Gegenreformation die verbotenen deutschsprachigen Lutherbibeln illegal nach Österreich geschmuggelt wurden. Der stets offerierte luftgetrocknete Kärntner Speck mit selbst gebackenem Sauerteigbrot sowie die allseits bekannten Manner Schnitten aus Wien kamen auch sehr gut an. Es war eine Freude, wie oft wir von unseren Zuhörerinnen und Zuhörern hören durften, dass sie unsere Erläuterungen sehr spannend fanden und ihnen „unsere“ Geschichte mit dem geplanten Aufbau des gesamteuropäischen Wegenetzes „European Cultural Route of Reformation“ bislang weitgehend oder sogar völlig unbekannt gewesen war.

Am 25. Juli verabschiedeten wir uns von unseren freundlichen Nachbarn auf der Weltaus­stellung und übergaben den Schlüssel für den Pavillon unseren Nachfolgern für ihr Projekt zum Thema „Menschenrechte“.

Helmut Kaindl und Doris Rössler

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