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„Evangelisch“ ist nicht gleich „evangelisch“ – oder? Die Repräsentanten der drei evangelischen Konfessionen, Michael Bünker, Thomas Hennefeld und Lothar Pöll, stehen Rede und Antwort:

 

EVANGELISCH-SEIN.AT: Trotz der Unterschiede überwiegen die Gemeinsamkeiten – welche Gemeinsamkeit der drei Konfessionen ist Ihnen am wichtigsten?

 

MICHAEL BÜNKER: Natürlich die Freude am Evangelium! Dass Gott zu jedem und jeder sein „Ja“ sagt ohne Vorleistung und ohne Bedingungen. Mir kommt das gerade heute besonders aktuell vor, wo sich so viele genötigt sehen, sich selbst ins rechte Licht zu rücken und das eigene Leben wie in einer Dauer-Castingshow zu inszenieren.

 

THOMAS HENNEFELD: Am Wichtigsten ist mir der Zusammenhang zwischen persönlicher Frömmigkeit und gesellschaftlichem Engagement. Aus dem Glauben verstehen sich die drei Kirchen als diakonisch aber auch politisch. Diese Haltung spiegelt sich auch im gemeinsamen Motto für das Reformationsjubiläumsjahr 2017: „Freiheit und Verantwortung“: Den Glauben in Freiheit zu leben und gleichzeitig in Verantwortung vor Gott und den Mitmenschen zu handeln. Allen drei Kirchen sind die Inhalte des versöhnlichen Prozesses ein besonderes Anliegen: nämlich der Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

 

LOTHAR PÖLL: Unsere Kirchen verbindet die Grundüberzeugung: Glaube macht frei! Diese befreiende Macht des Glaubens ist Gabe Gottes und gibt unserem Leben Sinn. Wir sind wertgeschätzt bei Gott nicht auf Grund unserer Verdienste sondern allein auf Grund seiner Liebe. Aus dieser Erfahrung erwächst der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Deshalb verbindet uns in besonderer Weise auch das Motto „Freiheit und Verantwortung“, unser gemeinsames Motto für das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation im Jahr 2017.

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