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„Evangelisch“ ist nicht gleich „evangelisch“ – oder? Die Repräsentanten der drei evangelischen Konfessionen, Michael Bünker, Thomas Hennefeld und Lothar Pöll, stehen Rede und Antwort:

 

 

EVANGELISCH-SEIN.AT: Herr Bünker, die Lutheraner und die Reformierten sind selbstständig, haben sich darüber hinaus aber auch zur „Evangelischen Kirche A. und H.B.“ zusammengeschlossen: Warum?

 

MICHAEL BÜNKER: Weil wir immer schon vieles gemeinsam gemacht haben. Heute etwa Jugend- und Frauenarbeit, Diakonie und Gefängnisseelsorge und viele Dinge mehr. In Österreich war es immer normal, dass die beiden Kirchen eng zusammengewachsen sind. In der lutherischen Kirche gibt es eine ganze Reihe von A.und H.B. Gemeinden, in denen Reformierte Mitglieder sind. Umgekehrt verhält es sich genau so in der reformierten Kirche. Das gibt es, soweit ich weiß, so nur in Österreich. Heute sind wir uns dessen bewusst, dass die Unterschiede eine willkommene Bereicherung sind. Aber in einer zunehmend pluralen und säkularen Welt braucht es uns gemeinsam. Heute mehr denn je.

 

EVANGELISCH-SEIN.AT: Herr Hennefeld bedeutet der Zusammenschluss, dass Bischof Bünker Ihr Chef ist? Und was bedeutet eigentlich „Landessuperintendent“?

 

THOMAS HENNEFELD: Der Eindruck könnte entstehen, vor allem, wenn man das „Landes“ weglässt. Denn die Superintendenten der A.B.-Kirche sind dem Bischof zugeordnet. Der Landessuperintendent der H.B.-Kirche steht aber seiner Kirche vor. Und damit ist die Frage schon beantwortet: Zwei Kirchen, zwei geistliche Leiter – wobei sich das Amtsverständnis nicht ganz mit dem des Bischofs deckt. Das Wort Landessuperintendent ist nicht nur schwer auszusprechen, sondern auch missverständlich, das „Land“ bezieht sich nämlich auf die Landeskirche und diese umfasst die ganze reformierte Kirche in Österreich.

 

EVANGELISCH-SEIN.AT: Herr Pöll, Sie sind Repräsentant der Evangelisch-methodistischen Kirche in Österreich, werden aber nicht Bischof, sondern „Superintendent“ genannt. Warum?

 

LOTHAR PÖLL: Der Bischof meiner Kirche ist Dr. Patrick Streiff. Er hat seinen Amtssitz in Zürich und ist für ganz Mittel- und Südeuropa zuständig. In den einzelnen Ländern – wie in Österreich – ist die Kirche in Konferenzen (Synoden) organisiert, in denen Superintendentinnen und Superintendenten kirchenleitende und repräsentative Aufgaben wahrnehmen.

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