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Petra Grünfelder

„Die besten Geschichten schreibt das Leben.“ Diesen Satz habe ich lange nicht gehört. Ist das Leben so unerfreulich geworden? Gibt es nichts mehr zu erzählen? Und selbst? Nichts erlebt in letzter Zeit?

Du schreibst Geschichte, mit jedem Schritt. Mit jedem Wort setzt du sie fort. Wir schreiben das Jahr 2017. Seit es Menschen gibt, sammeln und verfassen diese Berichte und Anleitungen, Erzählungen und Geschichten. Generation für Generation hält für die Nachwelt Ereignisse und Weltbilder, Herausforderungen und Veränderungen fest, kommentiert die vorigen, verweist auf Bleibendes, unternimmt den Versuch, Zukünftiges einzufangen. In all diesen Geschichten treffen wir auf die Perspektiven von Handelnden und Betroffenen, stoßen auf Regulative, Beobachterinnen und Beobachter, auf Exekutive, … auf Menschen in diversen Funktionen und Nichtfunktionen. Und: in all diesen Geschichten treffen wir auch auf Menschen wie dich und mich.

Darüber, was in die Annalen eingeht, entscheiden nicht Einzelne. Das setzen Gemeinschaften fest, mit dem Ziel, Deutungshorizonte zu eröffnen und Einheit zu stiften. So war es lange. Jetzt ist Donald Trump Präsident. Was wird er verbinden? Was wird er tun? Wird er Wogen glätten oder Gräben aufreißen? Sicher ist, er wird Geschichte schreiben. Und ich? Eigentlich will ich das auch. Ich will nicht in der Masse untergehen. Ich will nicht einfach nur ein weiterer Tropfen im Meer sein. Will mich nicht in Hektik auflösen. Denn mir ist klar, dass die Welt sich schnell dreht und ich definitiv Gefahr laufe, nicht hinterherzukommen. Also Kopf in den Sand?

Nö. Ich fühl mich nicht klein, ich mache mich breit. Wenn mir Eine oder Einer erzählt, wer ich bin und was mir fehlt, nehme ich das zur Kenntnis. Aber ich vergesse nicht, was ich sagen will. Suche weiter. Nach exakt dem Platz in der Welt, der zu mir passt und der mir gut tut. Das verändert nicht den Lauf der Dinge. Das verändert nicht die Welt. Aber meine ganz bestimmt.

MMag. Petra Grünfelder, Jugendpfarrerin für Österreich (www.ejoe.at)

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