Evangelisch Kirche sein

Ein theologisches Grundsatzdokument der Evangelischen Kirchen in Österreich.

Unter dem Titel „Evangelisch Kirche sein. 500 Jahre Reformation“ haben die Evangelischen Kirchen bereits im Jahr 2013 ein Grundsatzdokument zum Reformationsjubiläum 2017 verabschiedet. Das von der lutherischen, der reformierten und der methodistischen Kirche gemeinsam erarbeitete Dokument weist auf die weltgeschichtliche Bedeutung der Reformation hin. Es unterstreicht die Aktualität der reformatorischen Glaubensbotschaft und zeigt, wie sich die drei Evangelischen Kirchen in der österreichischen Gesellschaft verstehen wollen.

Die Reformation war ein kirchlich-gesellschaftlicher und geistiger Aufbruch mit weltweiter Ausstrahlung bis heute. Die von ihr ausgehenden Impulse haben sich auf alle Lebensbereiche, auf Politik und Wirtschaft, auf das soziale und private Leben ebenso wie auf Kunst, Wissenschaft und Kultur erstreckt. Das Jahr 2017 gibt darum auch Anlass darüber nachzudenken, was aus der reformatorischen Erneuerung der Kirche für die Zukunft und für das Miteinander der christlichen Kirchen folgt. Die Evangelischen Kirchen laden in ihrem Grundsatzdokument die gesamte Öffentlichkeit „zum Dialog über die gesellschaftlichen und kulturellen Impulse der Reformation für die gemeinsam zu gestaltende Zukunft“ ein.

Hervorgehoben wird auch die reformatorische Erkenntnis, dass der Mensch von Gott „allein in Jesus Christus, allein durch die Gnade und allein durch den Glauben eine unbedingte Anerkennung“ (Martin Luther) erfährt. Die Identität und der Wert einer Person sind unabhängig von natürlicher Ausstattung, gesellschaftlicher Stellung, individuellem Vermögen und religiöser Leistung begründet.

Evangelischer Glaube ist befreiender Glaube. Die Evangelischen Kirchen sehen es deshalb als ihre Aufgabe, befreiend und sinnstiftend von Gott zu reden. Dies wirkt sich auch auf die Gestalt von Kirche aus: evangelische Kirchen sind nicht hierarchisch aufgebaut. Frauen und Männer sind in allen kirchlichen Ämtern gleichberechtigt, und es gibt keine Überordnung von Pfarrerinnen und Pfarrern über die Gemeindemitglieder. Die evangelischen Kirchen in Österreich ermutigen ihre Mitglieder, Verantwortung für das Zusammenleben der Menschen wahrzunehmen und dabei politische Auseinandersetzung nicht zu scheuen.

Deutlich unterstrichen werden in dem Papier der Bildungsanspruch der Reformation sowie der diakonische Auftrag evangelischer Kirchen: „Glaube soll gebildeter Glaube sein“. Reformatorische Impulse legen die Grundlinien für ein sozial und ökologisch verantwortetes Wirtschaften, daher sind evangelische Kirchen „diakonische Kirchen, die sich der Nöte der Menschen annehmen, für soziale Gerechtigkeit eintreten und ihre Stimme für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung erheben“.

Angesprochen wird in dem Grundsatzpapier auch die ökumenische Perspektive des Reformationsjubiläums. Die Absicht der Reformatoren war, die „eine Kirche“ auf der Grundlage des Evangeliums zu erneuern. 500 Jahre Reformation sind deshalb für die gesamte Christenheit ein Anlass, über die Bedeutung der Reformation für die Einheit der Kirchen nachzudenken.

Das Dokument im vollen Wortlaut kann hier herunter geladen werden.

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