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Hannelore Köhler und Wilfried Fussenegger begutachten ein Ausstellungsstück: ein Gesangbuch von 1783. Das erste, das nach dem Toleranzpatent erschienen ist.

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Objekte aus der Zeit der Reformation, wie hier die Hauspostille von Martin Luther, zeigt das Volkskundemuseum Wien bis zum 8. Oktober.

Foto: Volkskundemuseum Wien

Auch wenn die Ausstellung „Brennen für den Glauben. Wien nach Luther“ im Wien Museum seit Mitte Mai beendet ist, gibt es weiterhin evangelische Ausstellungen in Wien: Das Volkskundemuseum hat seit dem 11. Mai und bis zum 8. Oktober eine „Evangelische Intervention“ in die Dauerausstellung eingebaut. Das Bezirksmuseum Innere Stadt zeigt vom 30. Mai und bis zum 31. Oktober die Ausstellung „500 Jahre Reformation – Evangelisch-lutherischer Glaube in Wien“ zeigen. Und das Kunsthistorische Museum (KHM) zeigt in der Kunstkammer mit dem „Mömpelgarder Altar“ ein Zeitzeugnis der Reformation.

Hinter der „Evangelischen Intervention“ im Volkskundemuseum verbirgt sich eine Auswahl von Sammlungsobjekten, die über Reformation und Protestantismus erzählen, wie eine kürzlich restaurierte Hauspostille von Martin Luther. An sieben Stationen in der Dauerausstellung werden unterschiedliche Aspekte des Evangelisch-Seins angesprochen und wird ein Einblick in die Geschichte der Reformation und ihrer Auswirkungen geboten.

Eher unbekannt, aber schon seit 2013 in der Kunstkammer des KHM zu sehen, ist der „Mömpelgarder Altar“. Auf dem Flügelaltar hat Renaissancemaler Heinrich Füllmaurer, ein Zeitgenosse Luthers, 157 Szenen biblischer Geschichten dargestellt. Darüber sind Verse aus der Luther-Bibel in Sprechblasen-ähnlichen Textfeldern geschrieben. Als „bildgewaltiger lutherischer Wandel-Altar“, der einen sehr guten Einblick in die Malerei der Reformationszeit gibt, wird der Mömpelgarder Altar von der Kunsthistorikerin Csilla Pall beschrieben.

Den Bogen vom Mittelalter bis ins Jahr 2017 spannt die Ausstellung „500 Jahre Reformation – Evangelisch-lutherischer Glaube in Wien. Die Lutherische Stadtkirche in Geschichte und Gegenwart“. Die Historikerin und ehrenamtlich viel-engagierte Gemeindevertreterin Hannelore Köhler hat mit dem lutherischen Stadtkirchen-Pfarrer Wilfried Fussenegger die Federführung für die Umsetzung übernommen. Unterstützt werden sie von Horia Marinescu und Michael Hampel. Das Team schafft es, auf 13 Tafeln und in zwei Vitrinen die 500-jährige Geschichte mit den wichtigsten Schlaglichtern zu präsentieren, ohne an Eigenkritik zu sparen. So wird auch das dunkle Kapitel des Nationalsozialismus thematisiert. Auf der letzten Tafel können die BesucherInnen einen Blick ins aktuelle Pfarrgemeindeleben werfen. Bis zum Reformationstag am 31.10. ist die Ausstellung zu sehen. In dem Zeitraum fällt auch das „Lange Nacht der Museen“. „Dann, am 7. Oktober, sind wir natürlich im Bezirksmuseum vor Ort, um durch die Ausstellung zu führen“, sagen Köhler und Fussenegger.

Martina Schomaker-Engemann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Diözese Wien, Evangelische Superintendentur A.B.

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Weitere Informationen:

Volkskundemuseum: Laudongasse 15-19, 1080 Wien, www.volkskundemuseum.at

Bezirksmuseum 1. Innere Stadt: Wipplngerstr. 8, 1010 Wien. Das Museum ist geöffnet Dienstag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr (Juli und August geschlossen); http://www.evang-wien.at/event/ausstellungseroeffnung-500-jahre-reformation

Kunsthistorisches Museum Wien: Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien, www.khm.at

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