Foto: M. Uschmann

Straßenschild aus Wien-Währing, dem 18. Wiener Gemeindebezirk. Die Familie Jörger spielte im 16. Jahrhundert eine wichtige politische Rolle in Oberösterreich und war für die Ausbreitung der Reformation von großer Bedeutung. Dorothea Jörger führte nach dem Tod ihres Mannes Wolfgang eine intensive Korrespondenz mit Martin Luther. Ein Brief an Dorothea Jörger von 1528 ist eine von drei in Österreich erhaltenen Handschriften Luthers.

Dorothea Jörger

Es waren Frauen, die die Reformation vorangebracht und verbreitet haben. Denn sie waren im 16. Jahrhundert für die religiöse Erziehung zuständig. Die großen und umwälzenden reformatorischen Gedanken kamen von den weithin bekannten Theologen Martin Luther, Johannes Calvin oder Philipp Melanchthon. Die Frauen aber haben die Reformation vorangetrieben. Es gab unter ihnen einige, die aus dem Hintergrund hervortraten und ihre reformatorischen Gedanken publizierten.

Luthers „beste treue Freundin in Christo“

Als Martin Luthers „beste treue Freundin in Christo“ wurde Dorothea Jörger (1497-1556) bekannt. Gemeinsam mit ihrem Sohn Christoph legte sie den Grundstein für die Hinwendung der Familie Jörger und ihrer Verwandten zum evangelischen Glauben. Darüber hinaus sorgte sie für die weitere Verbreitung der reformatorischen Ideen in Österreich. Mit Luther, aber auch mit seiner Frau Katharina Bora pflegte sie eine intensive Brieffreundschaft. Der erste Brief Jörgers, von denen keiner mehr vorhanden ist, wurde mit 6. Jänner 1528 datiert, der letzte ist vom 5. September 1544.

Dorothea Jörger förderte die evangelische Sache unter anderem mit finanziellen Zuwendungen. So spendete sie 500 Gulden zur Unterstützung von Theologiestudenten. Besonders großzügige Unterstützung kam dem Salzburger Theologiestudenten Andreas Hügel zu, dem späteren Superintenden von Orlamünde. Er fungierte auch als Postbote und Nachrichtenüberbringer zwischen Luther und Jörger.

Dorothea Jörger war eine engagierte Anhängerin Luthers und blieb der neuen Lehre standhaft verbunden, auch wenn dies erhebliche Gefahren mit sich brachte. In ihrem Testament gab sie ihren Nachkommen den Auftrag, am Evangelium festzuhalten.

Quelle: SAAT Evangelische Zeitung für Österreich, Nr. 10, Oktober 2015

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