grafisches Sujet: Olaf Osten
Chalupka in der Natur

Foto: Luiza Puiu

Über den beiden kreisen zwei Adler. Wölfe sind in der Ferne zu hören. Die Elchkuh steht im Schilf, am Ufer ruft das Kalb nach ihr. An Braunbär und Grizzly erinnert nur das Pfefferspray, das der Ranger mitgegeben hat. Sie gleiten hinaus auf den See, den Bowron Lake, in der Wildnis von British Columbia, noch hundert Meilen hinter 100 Miles House, den Ort, wo die Wildnis so wild ist, dass die Orte statt Namen Nummern tragen. Die Sonne steht hoch, es glitzert der Gletscher am Ende des Sees. Die Freiheit schmeckt nach wildem Honig.

Sie setzen die Paddel im Takt. Die Tochter, gerade zwölf geworden, und der Vater, kein geborener Held. Die Wellen kräuseln sich links und rechts. Im Wasser spiegeln sich die Berge. Sie gleiten ins Abenteuer. Es gibt viel zu entdecken.

Strahlt die Sonne, ist die Freiheit groß und die Verantwortung leicht. Ziehen die Wolken auf über dem See und bläst der Wind, wenn auch am Anfang nur leicht, da wird das Kanu zum Segel, die Bordwand bietet dem Wind eine Angriffsfläche. Wird der Wind stärker, trägt er das Boot in die Mitte des Sees, die Wellen werden auf einmal zu Bergen, die die Sicht auf die glitzernden Gletscher verdecken. Sitzt vorne im Bug das eigene Kind, verfliegt das Gefühl der Freiheit im Sturmwind. Die Verantwortung wächst zum Schrecken, und das Heulen der Wölfe scheint lauter vom Ufer zu dröhnen.

Im Boot sind die Kräfte ungleich verteilt. Doch das Kanu gegen den Wind zu halten, bedarf ausgeglichener Paddelschläge. Es gilt ruhig zu bleiben, auch wenn das Herz pocht. Für das Kind muss es ein – zugegeben wildes – Spiel und Abenteuer bleiben, für den Vater ist längst aus dem Spiel bitterer Ernst geworden. Das Kanu darf nicht kentern. Beide haben nur mehr ein Ziel, das rettende Ufer. Als das Ufer in Reichweite ist, stürzt sich der Vater ins Wasser, erreicht festen Grund und zieht das Boot mit dem Kind am Ufer entlang zurück zum Lager. Die Wölfe und Bären im Kopf, den Elch im Blick. Das Abenteuer der Freiheit werden die beiden nicht vergessen. Der Vater kann die Verantwortung heute noch spüren. Sie steckt ihm in den Knochen.

Michael Chalupka ist evangelischer Pfarrer und Direktor der Diakonie Österreich

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