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Glauben leben

Das Jahr 2017 ruft uns auf, über Reformation, über Kirchen und deren Entstehung und über den Glauben an sich nachzudenken. Daher haben die österreichischen evangelischen Kirchen diesem Jahr den Schwerpunkt „Jahr des Glaubens“ gegeben. Kann man Glauben lernen? Kann man darüber sprechen, singen, tanzen, malen? In „Freiheit und Verantwortung“ miteinander zu leben – wie kann das gelingen?

Was ich glaube

Wir bekennen in jedem Gottesdienst unseren christlichen Glauben. Aber was ist das eigentlich? Woran und warum glaube ich? Das sind Fragen, die wir uns selten stellen. Über den eigenen Glauben zu sprechen, fällt vielen nicht leicht. Zu persönlich erscheint es. Doch unser Miteinander, das tägliche Handeln, unser Umgang mit Menschen ist vielfach geprägt von dem, was wir an gelebtem Glauben selbst erfahren haben.

Vorbilder des Glaubens

Christlicher Glaube heißt für mich, sich einzusetzen für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Es heißt auch, Väter und Mütter des Glaubens als Vorbilder zu sehen. In der Bibel finden wir die Frauen Schifra und Pua, denen das Leben wichtiger ist als das befohlene Töten; Ruth, die ihre alte Schwiegermutter nicht abschiebt, sondern in deren Heimat begleitet oder Lydia, die tatkräftig eine christliche Gemeinde aufbaut. Glauben bedeutet Gott zu vertrauen, dass er es gut meint mit uns Menschen. Das heißt auch Geduld zu haben, manchmal leise zu werden, hinzuhören, geschehen zu lassen und sich auf die Worte des weisen Predigers zu besinnen: „Alles hat seine Zeit – ein jegliches Vorhaben unter dem Himmel“.

Gerhild Herrgesell, MA Oberkirchenrätin für Kirchenentwicklung, Koordinatorin für das Jahr des Glaubens 2017

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