Foto: Wikipedia/ Wikipedia/Martin Hirsch

„Gegen Papst und Kaiser – Reformation im Mostviertel“, so lautet der Titel einer aktuellen Ausstellung im „5e Museum“ im Schloss Rothschild in Waidhofen an der Ybbs (Schlossweg 2, 3340 Waidhofen a.d. Ybbs).

Mit der Abfassung seiner 95 Thesen wollte im 16. Jahrhundert der Mönch Martin Luther zu Reform und Diskussion aufrufen. Seine Ideen breiteten sich schnell aus und fanden auch beim Mostviertler Landadel Zustimmung. Damals waren 95 Prozent der Bevölkerung im Mostviertel evangelisch, erklärt die Kuratorin der Ausstellung Inge Janda. Noch heute zeugen die vielen Mostviertler Schlösser, die in jener Zeit erbaut wurden, vom blühenden protestantischen Leben, das jedoch bis 1670 durch die zwangsweise Rekatholisierung und Auswanderung verschwunden ist. Inge Janda hat über Jahre hinweg die Konzeption der Ausstellung vorbereitet. Es sei oft nicht einfach gewesen, die einzigartigen Exponate zu beschaffen. Sie zeigt auch in einem architektonischen Impuls, wie sich in den Bauwerken der Region bis heute die Reformationszeit widerspiegelt.

Lars Müller-Marienburg, Superintendent der Evangelischen Kirche in Niederösterreich, gratulierte bei der Eröffnung am 28. April zur gelungenen Sonderschau. Er kommentierte den etwas griffigen Titel der Ausstellung allerdings so, dass man nicht nur die Akzente gegen Papst und Kaiser herausstellen, „sondern auch entdecken möge, wofür die Kirchen und die Menschen heute stehen.“

Die Ausstellung mit spannenden Einblicken in ein weniger bekanntes Kapitel der österreichischen Geschichte ist bis zum 10. November 2017 zu sehen.

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