Wonderberry (Fotos: Pixabay)
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Da geht er, als wär er nie tot gewesen: Lazarus aus dem judäischen Dorf Betanien, der bereits vier Tage im Grab gelegen hatte (Johannesevangelium 11, 14-17). Da geht er, als wäre er nie gelähmt gewesen: der Bettler am Tempel, „lahm von Mutterleibe“ (Apostelgeschichte 3,2); ihn ergriff Jesus „bei der rechten Hand und richtete ihn  auf“. In der Bibel geschehen Wunder, von denen die Evangelien rund 30 Jesus zuschreiben: Krankenheilungen, Totenerweckungen und eine Reihe „Naturwunder“: Wasser verwandelt er in Wein, er beruhigt die aufgepeitschten Sturmwellen des Meeres.

Ist das wirklich möglich? Stimmt das, was in der Bibel steht? All diese Wunder haben gemein, dass sie das Menschenmögliche überschreiten und sich auf Jesus Christus berufen. Sie erhalten ihre Bedeutung also durch die Offenbarung Gottes und als Ankündigung einer neuen Zeit, in der Krankheit und Unrecht besiegt sind.

Doch Wunder sind keine objektiven, gleichsam gerichtsverwertbaren Beweise. Zwar beglaubigen sie die Rolle Jesus´als Heilsgestalt. Aber wer ihm neue Wunder nur zur Legitimation seiner Messiasrolle abverlangt, ist auf dem Holzweg und geht mit seinen Wünschen leer aus. Eine sachlich-neutrale Beobachtung von Wundern ist prinzipiell unmöglich.

Ja, es gibt Wunder, und das bis heute. Nicht unbedingt so wie in den mittelalterlichen Wallfahrtskirchen, wo Gelähmte mit geradem Rücken und erhobenen Hauptes nach Hause gehen. Wunder als Durchbrechung der wissenschaftlichen Kausalitäten sind äußerst unwahrscheinlich.

Aber Wunder gibt es in zahlreichen anderen Formen: als Wunder der Liebe und der Lebenserrettung, der Versöhnung und Genesung. Berichte über Wunder lassen sich nur „verstehen“, wenn man sie als eine besondere literarische Erzählform ansieht. Dies zu erkennen, brauchte seine Zeit. Waren bis zur Aufklärung die Wundergeschichten noch als Tatsachenberichte gelesen worden, argumentierte der Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) bereits: Als Jesus den Sturm auf dem Meer stillte, fuhr das Boot wohl um eine Landzunge herum.

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Quelle: www.zeit.de

Doch das hätte in den Schreibstuben der Bibelautoren niemanden interessiert. Naturwissenschaftliche Deutungen laufen der Absicht der Wundererzähler entgegen. Nur wenn man diese Geschichten auf ihren Stil und ihren religiösen Sinn hin abklopft, entgeht man der Falle der naturwissenschaftlichen Wunderanalyse. Die Frage heißt: Mit welcher Absicht haben die Christen solche Berichte erzählt? Die Antwort: Sie sollen den Wundermann als Propheten und Vorboten des kommenden Gottesreiches erscheinen lassen.

In diesem Sinn wird es weiter Wunder geben. Einschneidende Ereignisse werden das Leben von Menschen auch weiter verändern. ChristInnen haben auch weiter den Auftrag, Zeichen zu wirken – getreu dem Wort: „Heilt die Kranken und verkündet das Evangelium“.

Eduard Kopp in: Religion für Einsteiger, edition chrismon, 3. Auflage, 2008 (in Auszügen).

www.chrismon.de

 

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