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Von Gott und der Welt

Kolumne Michael Chalupka

Der Reformator Martin Luther hat in seinem kleinen Katechismus den Menschen deutlich erklärt, was es bedeutet, wenn Christen glauben, dass Gott den Menschen erschaffen hat. Luther hatte da eine recht praktische Glaubensauffassung. Gott schuf nicht nur den Menschen, sondern gab ihm auch gleich eine Grundsicherung mit, denn der Mensch muss ja auch von etwas leben. So schreibt Luther: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält, dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit allem, was not tut für Leib und Leben, mich reichlich und täglich versorgt.“ Luther meint, Gott habe das, was für ein gutes Leben nötig ist, allen Menschen mitgegeben.

Nun wissen wir aber, nicht alle verfügen über das Lebensnotwendige. Die einen sind reich, andere bitterarm. Beide aber sind Geschöpfe Gottes und auch der, der viel hat, hat es „ohn all Verdienst und Würdigkeit“ bekommen. Wer auf die Butterseite des Lebens gefallen ist, mag – wenn er gläubig ist – Gott dafür danken. Doch wer dem, dem nur das karge Brot einer Mindestsicherung bleibt, auch dieses noch neidet, missachtet Gott, seinen Schöpfer, würde jedenfalls Martin Luther meinen.

 

Quelle: http://blog.diakonie.at/blog/goettliche-mindestsicherung

„Von Gott und der Welt“, die Kolumne von Michael Chalupka, erscheint jeden Samstag in der „Krone“.

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