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Hat er es wirklich gesagt? Am 18. April 1521 stand Luther vor dem Kaiser in Worms. Er sollte widerrrufen, was er nach Meinung seiner Gegener Ketzerisches geschrieben hatte. Die Sitzung war für den Abend angesetzt, der völlig überfüllte Saal mit Fackeln erleuchtet. Es war heiß und die Stimmung äußerst gespannt.

Luther gab eine Erklärung ab, die nicht diskutiert wurde. Stattdessen wurde von ihm eine klare, eindeutige Antwort verlangt: Widerruf ja oder nein? Luther: „… solange mein Gewissen in Gottes Wort gefangen ist, kann und will ich nichts widerrufen, weil es unsicher ist und die Seligkeit bedroht, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen.“ So die verlässlich bezeugten Worte. Auch wenn er es nicht gesagt haben sollte, so hat er es faktisch getan: Er stand da und konnte nicht anders.

Auf dem Heimweg wird er zum Schein überfallen und auf die Wartburg gebracht. Dort war er vorerst in Sicherheit. Er begann mit der Übersetzung der Bibel ins Deutsche.

Schon im September desselben Jahres erschien das Neue Testament in seiner Übersetzung. Die Türe war offen, dass jeder und jede selbst nachlesen und das eigene Gewissen am Wort Gottes bilden kann.

 

Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich

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