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Kirchengfraster_M_Uschmann

Kabarett vom Feinsten: „Die Kirchengfraster“ Michael Bünker, Karl Weinberger und Sissy Kocner (v.l.) beim Einflößen von „Bekenntnistreue“

(Foto: M. Uschmann)

Christentum und Humor, eine komplizierte Geschichte. Bis zum frühen Mittelalter war Lachen verpönt, speziell in den Klöstern. Ist doch bis heute die Frage umstritten, ob Jesus selbst gelacht hat. „Unser Herr Jesus hat weder Komödien noch Fabeln erzählt, ausschließlich klare Gleichnisse, die uns allegorisch lehren, wie wir ins Paradies gelangen, und so soll es bleiben!“, sagt der Benediktinermönch Jorge von Burgos in Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“. Woraufhin der Franziskanermönch William von Baskerville erwidert: „Ich frage mich, warum Ihr so abweisend gegen den Gedanken seid, dass Jesus gelacht haben könnte. Ich für meinen Teil halte das Lachen durchaus für ein gutes Heilmittel, ähnlich dem Baden, um die schlechten Körpersäfte und andere Leiden des Körpers zu kurieren, insbesondere die Melancholie.“

Fest steht: Von einem Lachen Jesu berichtet das Neue Testament an keiner Stelle. Das heißt aber nicht automatisch, dass Jesus nicht gelacht hat. Jesus lebte im Bewusstsein, die frohe Botschaft zu verkünden. Er nahm an heiteren Tischgesellschaften und freudigen Ereignissen wie der Hochzeit zu Kana teil. In der Feldpredigt habe Jesus schließlich das Lachen ausdrücklich zum Gegenstand seiner Verheißung gemacht, so der evangelische Pfarrer und Publizist Werner Thiede. „Hieraus lässt sich schließen, dass der Menschensohn vom Lachen nicht bloß in verheißenden Worten geredet, sondern auch selber gelacht haben dürfte – in solchen Fällen, wo er als der Christus dazu Anlass gehabt haben mag. Das Lachen des Christus aber ist wie seine Freude, der es entspringt, in sich Verheißung.“

Stefan Janits

Quelle: SAAT – Evangelische Zeitung für Österreich, Ausgabe 2/2016 (Auszug)

 

Literaturempfehlung:

Peter Karner (Hg.), Robert Kauer (Hg.), Cabaret Clerikal und andere Ketzereyen. Evangelische Satiren gestern und heute

ISBN 978-3-85450-166-4

In ihrem Buch präsentieren die Herausgeber Auszüge aus Kabarettnummern, umgedichtete Kirchenlieder und spöttische Gedichte.

Unter den HumoristInnen: Oberkirchenräte, ein pensionierter Landessuperintendent und ein amtierender Bischof.

 

 

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