Foto: Manfred Buchhart
Lieder der Reformation - aktuell ausgelegt

Ausführliche Predigten zu 14 Liedern aus der Reformationszeit hat Autor Reinhard Ellsel unter dem Titel „Lieder der Reformation – aktuell ausgelegt“ im Luther-Verlag veröffentlicht.

Herr Christ, der einzig Gotts Sohn,
Vaters in Ewigkeit,
aus seim Herzen entsprossen,
gleichwie geschrieben steht,
er ist der Morgensterne,
sein Glänzen streckt er ferne
vor andern Sternen klar.

Für uns ein Mensch geboren
im letzten Teil der Zeit,
dass wir nicht wärn verloren
vor Gott in Ewigkeit,
den Tod für uns zerbrochen,
den Himmel aufgeschlossen,
das Leben wiederbracht.

 

Das Lied wurde von Elisabeth Cruciger (ca. 1500-1535) getextet. Folgende Begebenheit ist von der damaligen Nonne, die den evangelischen Theologen Caspar Cruciger geheiratet hat, überliefert: Einmal habe sie geträumt, dass sie in der Kirche zu Wittenberg gepredigt hätte – was damals für Frauen völlig undenkbar war. Diesen Traum habe sie ihrem Mann erzählt. Und: „Ihr Eheherr habe dies auf ihre Lieder bezogen und mit lachendem Mund gesagt: Vielleicht will euch der liebe Gott für würdig erachten, dass eure Gesänge, mit denen ihr zu Hause immer umgeht, in der Kirche gesungen werden.“

Tatsächlich wird ein Lied von ihr bis heute gesungen: „Herr Christ, der einig Gotts Sohn“ (Evangelisches Gesangbuch 67). Einprägsam bringt es die reformatorische Theologie mit den sogenannten vier „Soli“ auf den Punkt. „Solus“ ist lateinisch und heißt auf Deutsch: „allein“. „Solus Christus!“ Allein bei ihm und durch ihn finden wir das Heil. Es gibt keine anderen Heilsvermittler, weder Papst noch Heilige. Die zweite reformatorische Erkenntnis findet sich in der Formulierung „gleichwie geschrieben steht“. Alles, was die Reformatoren lehren, lässt sich anhand der Bibel nachprüfen. „Sola scriptura!“ Allein die Schrift – und nicht noch menschliche Satzungen und Traditionen.

„Sola fide!“ ist die dritte reformatorische Erkenntnis: Allein im Glauben wird das Miteinander mit Gott erlebt und ausgelebt. Ich kann und muss mir Gottes Zuneigung nicht erarbeiten. Vielmehr hat Gott mich erwählt aus reiner Gnade. Schließlich: „Sola gratia!“ Allein aus Gnade sind wir Gottes Kinder, unverdient. Gottes Gnade und Güte arbeiten an uns, dass wir im Glauben wachsen.

Martin Luther hat oft gesagt, dass wir unseren „alten Adam“ Tag für Tag ersäufen müssen. Er hat damit gemeint, dass wir nicht bei uns selbst stehen bleiben sollen, sondern uns immer wieder von Gott ins Weite führen lassen.

 

Reinhard Ellsel

 

 

 

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