Lesetipp

Ausführliche Predigten zu 14 Liedern aus der Reformationszeit hat Autor Reinhard Ellsel unter dem Titel „Lieder der Reformation – aktuell ausgelegt“ im Luther-Verlag veröffentlicht.

Der erste Anstoß für Martin Luthers (1483-1546) Liedschaffen kommt von außen. Am 1. Juli 1523 wurden in Brüssel auf dem Marktplatz zwei junge Mönche öffentlich verbrannt. Die beiden Ordensbrüder von Luther haben sich zu seiner Lehre bekannt. Der Tod dieser ersten Märtyrer der Reformation ist für Luther ein Schock. In einer Stimmung von Trauer und Trotz schreibt er einen offenen Brief und fügt ein Protestlied dazu: „Ein neues Lied wir heben an“.

Damit hat der Reformator ein neues Medium entdeckt; ein Transport-Mittel, mit dem er seine reformatorische Erkenntnis weitertragen kann: das Lied. 39 Lieder und Gesänge haben wir von ihm. Werfen wir einen Blick in Luthers Dichterwerkstatt: Der Reformator sammelt und prüft das bereits vorhandene Liedgut. Er will nicht um jeden Preis Neues schaffen. Luther lehnt sich an die Tradition an, um das, was dem Volk schon bekannt ist, zu neuem Leben zu erwecken. Mit seinen deutschsprachigen Liedern aktiviert er die Gemeinde und beteiligt sie am Gottesdienst.

Dabei will er keine Zeit verlieren. Denn sein Gegenspieler Thomas Müntzer (um 1489-1525) hat kurz zuvor elf lateinische Hymnen ins Deutsche übertragen. Wenig später wird Müntzer das thüringische Bauernheer gegen die Fürsten anführen. Luther will verhindern, dass sich mit Müntzers deutschen Liedern auch dessen revolutionäre Ideen ausbreiten. Mit seinen eigenen Liedern versucht Luther, die Reformation zwischen dem Lager der römisch-hierarchischen Papstkirche und dem schwärmerisch-revolutionären Lager zu festigen.

Im Gedränge der Zeit merkt der Reformator aber auch, dass er an seine kreativen Grenzen stößt. Deshalb sucht er andere Dichter und Sänger, die im reformatorischen Geist deutsche Lieder schreiben. Ende 1523 verfasst Luther folgenden Aufruf: „Ich möchte, wir hätten möglichst viele deutsche Lieder, die das Volk in der Messe singt. Aber noch fehlt es an Dichtern – oder noch sind sie nicht hervorgetreten.“ Schon bald bekommt Luther Unterstützung.

1524 ist das Geburtsjahr des Gesangbuches. Und Johann Walter (1496-1570) aus Torgau ist sozusagen der „Urkantor“ der deutschen evangelischen Kirche. Für das „Geistliche Gesangbüchlein“ komponiert er mehrstimmige Chorsätze zu 38 deutschen Liedern. Nach dem „Achtliederbuch“ ist im Spätsommer 1524 bereits das „Erfurter Handbüchlein“ erschienen. Es enthält neben Liedern von Martin Luther und einzelnen Gesängen anderer ein Lied von einer Frau. Das Lied „Herr Christ, der einig Gotts Sohn“ hat Elisabeth Cruciger getextet. Das ist eine Sensation. Die Reformatoren sind ihrer Zeit weit voraus.

Reinhard Ellsel

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