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„Evangelisch“ ist nicht gleich „evangelisch“ – oder? Die Repräsentanten der drei evangelischen Konfessionen, Michael Bünker, Thomas Hennefeld und Lothar Pöll, stehen Rede und Antwort:

 

EVANGELISCH-SEIN.AT: Herr Bünker, Sie sind Bischof der Evangelischen Kirche A.B., sprich der Evangelischen Kirche „Augsburgischen Bekenntnisses“. Was steckt hinter dieser Bezeichnung? Was hat Augsburg mit der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich zu tun?

 

MICHAEL BÜNKER: 1530 legen die Evangelischen, die die Reformation Martin Luthers vertreten haben, dem Kaiser auf einem Reichstag ihr Bekenntnis vor. Damit wollen sie zeigen, dass sie auf der Grundlage der einen Kirche stehen. Gleichzeitig machen sie deutlich, wo es Reformen braucht. Leider ist das Bekenntnis nicht angenommen worden. Wer heute wissen will, was drinnen steht, kann das leicht nachlesen: Evangelisches Gesangbuch Nummer 806.2. Weil dieser Reichstag 1530 in der Stadt Augsburg stattgefunden hat, heißt das Bekenntnis „Augsburger Bekenntnis“. Hat also nichts mit den Würstchen zu tun…

 

EVANGELISCH-SEIN.AT: Herr Hennefeld, Sie sind Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H.B, sprich der Evangelischen Kirche „Helvetischen Bekenntnisses“. Helvetisch? Was steckt hinter dieser Bezeichnung?

 

THOMAS HENNEFELD: Bei Helvetisch denken die meisten an schweizerisch und das ist nicht ganz falsch. Schließlich hat die Reformierte Kirche ihre Wurzeln in der Schweiz. Das 2. Helvetische Bekenntnis hat der Nachfolger Ulrich Zwinglis in Zürich, Heinrich Bullinger, verfasst. Es ist neben dem Heidelberger Katechismus die wichtigste Bekenntnisschrift der Reformierten in Österreich. Auf sie werden auch heute noch Pfarrerinnen und Pfarrer unserer Kirche ordiniert.

 

EVANGELISCH-SEIN.AT: Herr Pöll, Sie sind Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche. Was steckt hinter dieser Bezeichnung? Wie methodisch sind Methodisten?

 

LOTHAR PÖLL: Der Name „Methodisten“ war ursprünglich eine spöttische Bezeichnung für eine Gruppe von Studenten an der Universität Oxford in England im 18. Jahrhundert, die ihren Glauben besonders ernst nahm und sich strenge Regeln für ihren Alltag gab. Ihre Spiritualität verband Gebet und Bibelstudium mit sozialem Engagement. Auch heute legen Methodistinnen und Methodisten großen Wert darauf, dass der Glaube sich im Leben auswirkt. Sie wollen zum Wohl des Einzelnen und der Gesellschaft beitragen.

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