Foto: A. Hanisch-Wolfram

Ausschnitt eines Grabdenkmals (Epitaph), das sich heute an der Außenmauer neben dem alten Zugang zum Dom in Klagenfurt befindet.

In den letzten Jahren ist das Interesse an der Rolle der Frauen bei der Reformation stark gestiegen. Mit dabei ist auch die Evangelische Akademie Wien: Bei dem 2012 gestarteten internationalen Projekt „Frauen und Reformation“ geht es darum, die Lebensleistung der Frauen der Reformation ins Bewusstsein zu rücken. „Die Frauen haben in der Reformationszeit eine wichtige Rolle gespielt und einen wertvollen Beitrag geleistet. Sie waren Bildungsförderinnen, haben Flugschriften, Briefe und Bücher veröffentlicht und somit ihr Wissen und Denken den folgenden Generationen weitergegeben“, betont Kirsten Beuth, Direktorin der Evangelischen Akademie Wien.

Um den Zugang zu den Dokumenten zu vereinfachen, wurde eine Lernplattform eingerichtet: www.frauenundreformation2017.at. Auf dieser Plattform befinden sich unter anderem Arbeitsunterlagen für Veranstaltungen in der Gemeinde, aber auch für die Schule: Biographien, Fotos und Landkarten, Vorschläge für Workshops, Vorträge, Berichte und Publikationen. Bei der Erarbeitung der Materialien sei es immer auch um die Frage gegangen, wie man dieses Wissen weitergeben könne, so Beuth. Jedoch bemerkt der Kärtner Historiker Alexander Hanisch-Wolfram, man dürfe die Rolle der Frauen bei der Reformation nicht überschätzen. Der Einfluss der Frauen sei bis vor kurzem überhaupt nicht erforscht worden, daraus erkläre sich das große Interesse. „Auf der anderen Seite kann die Rolle der Frauen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie sind mit großem Selbstbewusstsein und theologischer Kompetenz aufgetreten in einer Zeit, in der es für Frauen schwer war, in der Öffentlichkeit zu wirken.

 

Quelle: SAAT-Evangelische Zeitung für Österreich, Heft 10/2015

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