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Ev. Kirche Hallstatt

Die Evangelische Christuskirche in Hallstatt

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Der leicht begehbare Toleranzweg oberhalb von Bad Goisern, der zur  Schwarzbachhöhle führt – einer der Versammlungsplätze der Geheimprotestanten / Foto: Barbara Moser 

Der „Weg des Buches“ ist ein Wanderprojekt der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Er beträgt insgesamt 500 km und führt von Zwickau in Sachsen über Ortenburg in Niederbayern nach Agoritschach/Arnoldstein und weiter durch Slowenien bis nach Triest. Der Weg verläuft auf historischen Pfaden, die nicht nur dem Transport von Tieren und Handelswaren dienten. Sie wurden im 17. und 18. Jahrhundert auch genutzt, um die verbotenen Lutherbibeln, Gebets- und Liederbücher ins Land zu schmuggeln.

Der „Weg des Buches“ ist damit nicht nur ein landschaftlich sehr schöner Pilger-, Rad- und Wanderweg. Er bringt uns auch eine wichtige Epoche der europäischen Glaubensgeschichte in Erinnerung. Das Projekt wird daher als „European Cultural Routes of Reformation“ von der Europäischen Union gefördert.

Im Sommer dieses Jahres beging Helmut Kaindl, geprüfter Bergwanderführer und Mitgestalter des „Weg des Buches“, mit Karin Tzschentke, Redakteurin beim STANDARD, eine für die Geschichte des evangelischen Glaubens besonders bedeutsame Teilstrecke im Salzkammergut. In dieser Region fielen im 16. Jahrhundert die Reformationslehren Martin Luthers bei den Bergknappen auf sehr fruchtbaren Boden. Sie waren bedingt durch ihre Mobilität schon früh mit dem Luthertum in Kontakt gekommen.

Die leicht zu bewältigende Wanderetappe führt von Bad Goisern oberhalb des Hallstätter Sees auf dem Soleweg nach Hallstatt. Dort ist im Ortszentrum die evangelische Christuskirche zu besichtigen, die 1863 nach dem Toleranzpatent des Kaisers Joseph II. erbaut wurde und das vorherige Bethaus ablöste.

Ein herausragender Punkt der Wanderung war der Besuch der Schwarzbachhöhle oberhalb von Bad Goisern. Natürliche Höhlen wie diese dienten den Evangelischen als Versammlungsplätze, um ihren Glauben im Verborgenen feiern zu können. Man erreicht den kultischen Ort, von dem noch heute eine spirituelle Strahlkraft ausgeht, vom Parkplatz Flohwiesen über den sogenannten Toleranzweg. Dieser wurde angelegt, um uns Heutige zu lehren, dass die Freiheit des Glaubens nicht selbstverständlich ist und um uns zu mahnen, wohin Auswüchse der Intoleranz führen können.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie in dem Artikel „Von Schmugglern und Andersgläubigen“ von Karin Tschentke, erschienen in der Wochenendausgabe des STANDARD vom 20./21. August 2016.

Doris Rössler, M.A., Projektmitarbeiterin für 2017 bei der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich

 

Von Schmugglern und Andersgläubigen

www.wegdesbuches.at

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