Wanderer am Weg des Buches

Wanderer am Weg des Buches

mehr Informationen unter:

www.wegdesbuches.at

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Bisher führte „Der Weg des Buches“ auf alten Schmugglerpfaden von Ortenburg in Niederbayern bis Agoritschach im Dreiländereck Österreich, Slowenien und Italien. Im kommenden Jahr – rechtzeitig zum Reformationsjubiläum – wird der Weg verlängert: im Norden bis nach Zwickau, wo er auf den sächsischen „Lutherweg“ trifft, und im Süden durch Slowenien bis nach Triest.

Zu Fuß von Kärnten nach Triest – diese Strecke ging auch schon so mancher Bibelschmuggler zur Zeit der Gegenreformation, um vom Hafen Gewürze, Stoffe und „Drogen aller Art“ für den Handel auf deutschen Märkten mitzunehmen. Wer sich heute auf den Weg macht, und sei es nur etappenweise, darf sich auf unbekannte Landschaften von ausserordentlicher Schönheit und auf Zeugnisse reformatorischer und diakonischer Strahlkraft freuen. So trifft man in der Burg von Bled etwa auf die Lebensgeschichte von Primoz Trubar (1508-1586), auch der slowenische Luther genannt, der als Begründer der slowenischen Literatur und Schriftsprache gilt. Er war der erste Übersetzer der Bibel ins Slowenische und wurde während seiner Studienzeit in Triest stark von humanistischen Ideen beeinflusst.

EU fördert Kulturerbe Reformation

Auch auf Elvine Gräfin de La Tour, die zu den herausragenden Gestalten des österreichischen Protestantismus gehört, stößt man hier wie dort. Neben bekannten Städten wie Gorizia und Triest erwarten die Wandernden Karstlandschaft, malerische Dörfer und einsame Weiler – Orte, an denen die Zeit stehengeblieben ist.

Vielfältig sind die Spuren der Reformation. Wie hat sie sich ausgebreitet und was verbindet die Stätten der Reformation in Mitteleuropa? Unter dem Titel „European Cultural Route of Reformation“ startet im Juli ein Projekt, das vor kurzem im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) als Interreg-Projekt unter 600 Einreichungen (!) für die Mitteleuropa-Region ausgewählt wurde. Die Europäische Union wird das Projekt, das zum Ziel hat, das Kulturerbe der Reformation vor allem auch im ländlichen Raum touristisch aufzuwerten und nachhaltig bekanntzumachen, mit rund zwei Millionen Euro fördern.

In der Evangelischen Kirche A.B. ist die Freude groß, dass sie mit ihrem „Weg des Buches“ für förderungswürdig gehalten wurde und gemeinsam mit Partnern aus Ungarn, Slowenien, Polen, Tschechien, Deutschland, Österreich und Italien an diesem Projekt beteiligt ist. Als touristischen Partner für die bevorstehende Arbeit am Ausbau einer europaweit attraktiven Wegstrecke im Allgemeinen und dem „Weg des Buches“ im Besonderen konnte die Kirche „Oberösterreich-Tourismus“ gewinnen.

Charlotte Matthias, Referentin des Bischofs der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich

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